Braun= gebachene hohle Birn und Aepffel.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 17, Nr. 019

Originalrezept:

WAnn man dergleichen braun= gebachene Früchte hohl machen will / als Birn / Aepffel / und dergleichen / muß man den obbemeldeten Marzepan= Zeug zubereiten / wie selbiger N. 1. beschrieben worden / nachmal nicht gar eines halben Fingers dick / auswalchern : alsdann die Mödel wohl bestüppen / und den Teig in beede Theil der Mödel wohl eindrucken / in die Hölen aber desselben die jenige Füll einfüllen / welche bey den ausgefüllten Mackaronen Num. 17. zu finden : Oder man kan auch sonst eine kräfftige Mandel= Füll darein machen / von klein= gehackten oder geschnittenen Mandel / Citronat / Citronen= und Pomerantzen= Schelffen / Zucker / Zimmet / Cardamomen und Muscatenblüh / oder auch ein wenig geriebenes in Zucker geröstetes Eyerbrod mit darunter rühren / und alsdann mit süssen Wein anfeuchten / nochmal etwas von dieser Füll in die Hölen auf den Teig / in die Mödel legen / so viel man nemlich meinet / daß man die zwey Mödel darüber genau zusammen drucken könne : zuvor aber kan man den Teig neben herum auf das subtilste mit einem Eyer= weis bestreichen / und alsdann die Mödel auf das beste auf einander zusammen drucken / nachmal den einen Model gemach herab nehmen / und mit einem dinnen Messer den Teig rings herum glatt abschneiden / alsdann die Früchte aus dem andern Model auch heraus heben / und also wann sie / wie die andern braun= gebachene Früchte / wohl abgetrocknet worden / in dem Ofen licht= gelb bachen oder abbräunen lassen / und nachmals zierlich vergulden.

Transkription:

Sepp Meister, Steffi Schinagl

Zitierempfehlung:
Sepp Meister, Steffi Schinagl (Transkription): "Braun= gebachene hohle Birn und Aepffel.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 17, Nr. 019,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=braun-gebachene-hohle-birn-und-aepffel (09.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Lukas Fallwickl.