Birnschnitz gefüllt zu bachen.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 170

Originalrezept:

SChählet gute Birnen / so groß man sie haben kan / schneidet nach der Länge etwas breite / und eines Messer= rucken dicke Stücke daraus / giesset in einen stollichten Hafen ein wenig Wein daran / streuet Zucker und Zimmet darein / und last sie so lang als harte Eyer dünsten ; legets dann auf einen zinnernen Deller / oder auch nur auf ein Bret : Hacket hernach Pinien und Pistacien= Nüßlein / wie auch Weinbeere oder Corinthen wohl klein / mischet gestossene Zimmet und Zucker darunter / feuchtet diese Füll mit süssen Wein an ; rühret alles durch einander / streichets auf die Schnitten / und leget jedesmal zwey derselben auf einander / bestreuet sie aber zuvor beede nochmal mit klar= gestossener Zimmet : Verklopffet indessen ein Weisses vom Ey / auch gar was wenigs Saffran und Zucker darunter ; machet ein Schmaltz heiß / tuncket die überstrichene und auf einander gelegte Birnschnitten / auf beden Seiten / in jetzt= besagten Teig / daß sie wie einen Rand bekommen / legets dann in das Schmaltz / und lasset sie schön licht= gelb bachen ; hebets mit einem flachen Löffel heraus / und legets / wann sie ein wenig ertrocknet / in eine Schüssel : Will man eine Brüh darüber haben / giesset das lautere Schmaltz aus der Pfannen / last aber das Trübe und dicklichte darinnen ; giesset ein Gläslein Wein daran / streuet Zucker und Trisanet darein / lassets aufsieden ; richtets über die gefüllt= gebachene Birnschnitten / und streuet Trisanet darauf : wann sie aber ohne Brüh also trocken aufgetragen werden / bestreuet man sie nur allein mit Zucker.

Transkription:

Sepp Meister, Steffi Schinagl

Zitierempfehlung:
Sepp Meister, Steffi Schinagl (Transkription): "Birnschnitz gefüllt zu bachen.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 170,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=birnschnitt-gefuellt-zu-bachen (26.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Maximilian Schmidauer.