Birn angelegter / oder faschierter / in Schmaltz zu bachen.

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch IIII-2 Kap. 5 Nr. 069

Originalrezept:

NImm Schmaltz= Pfund= oder Pargamotta- Birn / scheels und schabs biß an den Butzen / doch also / daß dieser an dem Stengel / oder Stiel hangen bleibt / unter die geschabne Birn mische gestossenen Zucker / wenig Zimmet= Stup / und wenig Mund= Meel / legs wiederum um den Butzen herum / als obs ein Birn sey / hernach bachs in Schmaltz / und gibs mit Zucker / oder ein Syrup darüber.

Anmerkung:

  • Alle drei genannten Birnensorten sind heute noch bekannt, mit verschiedenen Variationen.
    Die Pargamotta-Birn heißt heute Bergamotte-Birne. Die rundliche Bergamotte-Birne kam ursprünglich aus der Türkei nach Italien; der Name ist eine Verballhornung des türkischen Wortes für „Herren- oder Prinzenbirne“. Eine andere Deutung verweist auf die kleinasiatische Stadt Pergamon (ital.: Bargamo).
  • Es ist übrigens nur schwer vorstellbar, dass die Birnenmasse beim Herausbacken am Butzen haften bleibt, weil ja ausdrücklich steht, dass nur wenig Mehl verwendet werden soll; außerdem ist kein Eiklar dabei.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Birn angelegter / oder faschierter / in Schmaltz zu bachen.", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch IIII-2 Kap. 5 Nr. 069,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=birn-angelegter-oder-faschierter-in-schmaltz-zu-bachen (22.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.