Aepffel= Küchlein / oder Rädlein / die in der Mitten ausgestochen werden / oder ein Loch bekommen / aus Schmaltz zu bachen.

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch IIII-2 Kap. 5 Nr. 053

Originalrezept:

SCheel und schneide aus weiß oder rothen / oder andern sauren grossen und guten Aepffeln / dünne Blätter / so dünn es seyn kan / drucke mit einem runden blechenen Rohr die Stern oder Butzen heraus / mach einen Taig von Mund= Meel / und weissen Bier / so dünn als ein dünnes Kinds= Koch / duncke diese Aepffel= Rädlein darein / und bachs schön Liecht= gelb aus heissem Schmaltz / bey dem Anrichten dick mit Zucker bestreut / und mit einer glüenden Decken den Zucker gebrennt / seynd auch köstlich / absonderlich vor diese / so gern rösch essen.

Anmerkung:

Da es damals noch keine Flambierbrenner gab, hat man den Zucker anscheinend mit einem glühenden Blechdeckel gebrannt, also karamellisiert. Es gab früher auch eiserne Spiralen an langen Stielen mit Holzgriff, die man zu diesem Zweck zuerst zum Glühen brachte und dann dicht über den Zucker hielt.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Aepffel= Küchlein / oder Rädlein / die in der Mitten ausgestochen werden / oder ein Loch bekommen / aus Schmaltz zu bachen.", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch IIII-2 Kap. 5 Nr. 053,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=aepffel-kuechlein-oder-raedlein-die-in-der-mitten-ausgestochen-werden-oder-ein-loch-bekommen-aus-schmaltz-zu-bachen (26.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.