Aepffel= Küchlein.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 156

Originalrezept:

SUchet Aepffel zur Hand / die ein wenig sauer oder zängerlicht seyn / als etwan die so genannte Blau= Aepffel / dann die süssen taugen nicht hierzu ; schählet und schneidet sie auf das dinnste / daß man fast dadurch sehen kan / wann sie aber ein Loch haben / so lauffen sie nicht auf : Machet hernach einen Teig von schönem Mehl an / schüttet selbigen in eine Schüssel / giesst ein klar= und kaltes Wasser daran / daß das Mehl mit angefeuchtet werde ; rühret selbiges aufs beste mit dem Wasser / eine gute viertel Stund lang / ab / daß sich der Teig von dem Löffel und der Schüssel abledige : Nehmet hernach frische Eyer / und zwar vier gantze / und das Weisse von dreyen andern / zu einer Schüssel voll / schlagt eins nach dem andern daran / biß der Teig wird wie ein Strauben= Teig ; giesset auch ein klein wenig Wein daran / saltzet ihn aber nicht / sondern machet in einem Pfännlein ein Schmaltz heiß / ziehet die Aepffel durch den Teig / und leget zwey oder drey derselben auf einmal in das heisse Schmaltz / begiesst sie mit einem Löffel / so lauffen sie schön auf / bachets also ferner heraus ; legets in eine Schüssel auf ein geschnitten Brod / bestreuets auch / wann man sie zu Tisch tragen will / mit Zucker.

Transkription:

Sepp Meister, Steffi Schinagl

Zitierempfehlung:
Sepp Meister, Steffi Schinagl (Transkription): "Aepffel= Küchlein.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 156,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=aepffel-kuechlein (26.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Maximilian Schmidauer.