Ein Gries= oder Gritz= Kooch.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 02-Koche, Nr. 30

Originalrezept:

NImm einen Seiher oder Durchschlag / fülle denselben über die Helfft mit Gries oder Gritz an / setze ihn auf einen Topff oder Hafen mit siedenden Wasser / so ebenfalls nur halb angefüllet ist / doch muß der Durchschlag sich gantz recht und nett auf den Topff schicken / aber den Rand umher soll man mit groben Teig / Leimen oder Dohn verkleben / und den Seiher mit einem Deckel oder Stürtze zudecken / damit kein Dunst davon gehe: der Hafen wird auf einen Dreyfuß gesetzt / und kein gar starckes Feuer darunter geschieret / damit derselbe nicht zerspringe / oder das Wasser an den Gries spritze / und das gantze Kooch verderbe; wann nun der Gries wohl gedampfft / und über einander vest worden / muß man ihn noch eine gantze Stund alsofort dampffen lassen: alsdann auf eine Schüssel thun / frisches Schmaltz darunter mischen / und lind darein reiben / so wird er schön gelb und etwas kraus: hierauf setzt man die Schüssel auf eine Glut / und giesst eine wohl gegilbte Fleischbrüh daran / und zwar zu unterschiedlichen malen / weil sie der Gries gar bald in sich schlucket; wann er dann weich ist / und die Brüh ans sich zu ziehen aufhöret / deckt man eine Schüssel darüber / würfft wieder ein Stück Butter hinein / und läst ihn noch ein wenig aufkochen.

Kategorisierung:

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Hauptzutaten: , , ,

Transkription:

Marlene Ernst

Zitierempfehlung:
Marlene Ernst (Transkription): "Ein Gries= oder Gritz= Kooch.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 02-Koche, Nr. 30,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=ein-gries-oder-gritz-kooch (27.09.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Marlene Ernst.